Ein Rohr wird schon während seiner Fertigung daran gehindert, eine fixe ‚saubere’ Geometrie zu sein – von der Herstellung über die Verformung in der Biegemaschine bis zum Einbau wird so manches Mal mechanisch nachgeholfen. Es ist nur in einem einzigen Fertigungsgang festgezurrt. In der CAD Konstruktion. Aber auch hier ist es ein Stiefkind. Durch seine Dreidimensionalität und unberechenbare Veränderung durch die Bearbeitung lässt es sich nur schwer in die 3D Konstruktionen der CAD Programme biegefähig einfügen.
In der Konstruktion müssen Rohre positioniert werden. Sie müssen auf engsten Platzverhältnissen unten durch, oben drüber, in meist sehr engen Bögen ihren Verlauf finden. Und sie müssen am so genannten A-Ende hundertprozentig passen und auch nach ihren kunst- und phantasievollen Verläufen ohne Kollisionen am B-Ende mit wiederum 100 Prozent Passung ankommen. Dazwischen wurden Aufhängungsteile angebracht, die ein Schraubloch haben, das natürlich auch in seinem Zentrum perfekt passen muss. Und auch die Abstände zu der eng ineinander verarbeiteten Umgebung müssen natürlich kontrolliert eingehalten werden
Weil diese Konstruktion sehr zeitintensiv ist, hat die Konstruktionsabteilung eine kaum zu lösende Aufgabe, die zwar auf dem Bildschirm hochkomplexer CAD Programme machbar ist, die aber nicht immer mit der Praxis in der Biegeebene übereinstimmt. Es werden teilweise Radien vorgegeben, für die es keine Werkzeuge gibt, Längen errechnet, die nicht stimmig sind, von 3D-Verdrehungen ganz abgesehen. Hydrostatisch verformte Rohre lassen sich einfacher verlegen, weil sie im CAD Programm als Fläche gesehen werden und sich das Rohr dann nicht aus einer Mittellinie generiert, sondern aus zwei Halbschalen – mit dem Ergebnis, dass es dadurch leider keine XYZ- oder Biegedaten gibt. Das Rohr, das aus der Biegemaschine kommt, ist oftmals anders als die Vorgabe. Die vorgelegten Toleranzen sind nicht einzuhalten.
Immer wieder der Zeit voraus
Für diese ganz alltäglichen Rohrärgernisse gibt es eine Lösung: TeZetCAD, die Rohrspezialsoftware von TeZet. Durch ihre Rohrspezialisten findet sie für jede neue Aufgabe eine Lösung. So hatte TeZet schon in den neunziger Jahren ein Design-Modul, mit dem man Rohre zwischen ihren Fixpunkten A- und B-Ende an kollidierenden Störflächen vorbei schieben kann. Es hat sogar die Möglichkeit, entweder in der 2D-Ebene Bögen virtuell einzufügen oder in den 3D-Ebenen auch Bögen zu löschen, und dem Rohr trotzdem seine Form zu belassen. Die neuen Biegedaten werden parallel zu den Änderungen generiert.
Ein anderes Feature ist, dass ein Rohr sich an zwei Fixpunkten automatisch einpasst, mit Angabe der generierten XYZ- und Biegedaten sowie des Einpasswinkels. Ein Modul, das ohne große Konstruktionsmühen zum rohrspezifischen Ziel gelangt. So entstand auch ein eigener Iges Konverter, der aus ‚Halbschalenrohren’ die Mittellinie generiert und die Qualitätsüberprüfung vereinfacht, in dem gegen die vorgegebenen Masterdaten einer Iges Datei bestimmte Punkte geprüft werden können, die zu 100 Prozent passen müssen.
Manches Mal muss auch bewiesen werden, ob das Rohr nach seiner Verformung durch die Biegewerkzeuge oder nach dem Anschweißen von Fittings oder Anbauteilen noch rund ist. Zielgenau findet die Rohrspezialsoftware in dieser menugeführten Anwendung den Punkt, den der Bediener mit der Messspitze anfahren muss, um die Ovalität darstellen und wiederum im Hintergrund die errechneten Daten für das Protokoll generieren zu können.
Natürlich gibt es noch viele solcher leicht zu bedienenden Funktionen, wie Radius messen. Eine gefährliche Angelegenheit, denn sobald sich ein Radius ändert, verlängern oder verkürzen sich die beiden Zylinder vor und hinter dem Bogen. Der Korrekturmodus ermittelt die bestmögliche Passung an jedem Punkt – Bestfit genannt. Eine Schwierigkeit der Bestfit Methode ist die Toleranzvorgabe der Qualitätskontrolle. Denn sie verlangt Werte, die aus der Blechverarbeitung kommen, wie Karosserien, Geometrieteile, sprich beispielsweise Werkzeuge oder Montageteile. Auch diese Teile müssen selbstverständlich zu 100 Prozent passen, nur: Bei einem Rohr, das keine ‚saubere’ Geometrie ist, funktioniert das so leider nicht.
Abweichungen müssen realistisch gesehen werden
Rohrfachleute sind sich einig, dass eine Abweichung von maximal 0,3 mm für Rohre ausreichend ist, wenn es auch beim heutigen Stand der Technik durchaus möglich ist, Rohre im Hundertstel Bereich herzustellen und die Software es genauso errechnet und darstellen kann. Dennoch werden von der QS Werte im Tausendstel Bereich verlangt. Die Prozedur einer Rohrverformung bis zu ihrem Einbau macht diese Forderung oft unerfüllbar. Die Unterschiede der Kontrollbeurteilung zwischen Rohren und Geometrieteilen müssen deshalb realistisch gesehen werden.
Vereinfachungen, die Zeit sparen und bessere Ergebnisse liefern, gehören zur Softwarepflege. ‚LaserLine-Messen’ ersetzt die altbekannte kontaktlose Gabelmessung, die jahrzehntelang Stand der Technik war. Zweimal auf einer Geraden mit der Gabel über das Rohr fahren und aus dem Messpunkt ‚Fadenkreuz’ werden die Daten ermittelt. Aber diese Messung geht immer von einer Geraden aus und von einem absolut runden Rohr. Doch eine Rohrgerade ist nicht gerade und auch nicht rund. Das Rohrlaserscannen findet alle diese Abweichungen, die niemand so richtig sehen möchte. Die LaserLine Messung basiert auf dem Prinzip des geraden und runden Rohrzylinders und geht daher schneller und wurde auf dem Markt dankbar angenommen. W
Tube Halle 5, Stand A21