Ob Einzel- oder Zentralversorgung der Maschinen hängt weitgehend von den örtlichen Gegebenheiten ab. Wenn es denn die Verhältnisse erlauben, ist die Zentralanlage der Einzelversorgung unbedingt vorzuziehen, lassen sich damit doch Standzeiten der Kühlschmierstoffe von mehreren Jahren erzielen. Überwachung und Steuerung sind exakter und wirkungsvoller als bei der Einzelversorgung, bei der der Maschinenbediener sich darum kümmern sollte, aber eigentlich andere Abläufe überwachen muss.
Im vorliegenden Beispiel ging es um die Versorgung von sechs Flach- und drei Rundschleifmaschinen mit einer Gesamtumlaufmenge von 750 l/min. Emulsion, Konzentration drei bis fünf Prozent. Vorsorglich wurde die Anlage für eine Gesamtkapazität von 900 l/min. ausgelegt, um etwas Reserve für eventuell noch hinzukommende Maschinen zu haben. Maßgeblich für die Filterflächenbestimmung ist neben der Durchflussmenge unbedingt die Schmutzbelastung, die sich aus einer Laboruntersuchung einer Probe ergab. Sie betrug 13 dm³/h, ein recht hoher Wert. Als Filtersystem wurde der bewährte Saugbandfilter ausgewählt, ein Prinzip, das große Durchflussmengen auf relativ kleiner Filterfläche zulässt.
Polo Saugbandfilter sind so konzipiert, dass sie sowohl mit Vlies als auch mit endlosen Kunststoffbändern gefahren werden können. Dazu ist kein großer Umbau erforderlich. Bei hoher Anforderung an die Filterfeinheit ist Vlies dem Kunststoffband vorzuziehen. Die hohe Durchflussleistung des Saugbandfilters resultiert daraus, dass ein Unterdruckgebläse (Exhaustor) die Flüssigkeit durch das Filterhilfsmittel (Vlies oder Endlosband) saugt. Dadurch erzielt man, je nach Viskosität der zu filtrierenden Flüssigkeit, etwa die doppelte Durchsatzmenge in Relation zu einem Schwerkraftfilter. Ein Einlaufverteiler sorgt für ein gleichmäßiges, turbulenzfreies Einlaufen der Flüssigkeit. Dadurch bildet sich ein hoher, durchlässiger Filterkuchen, der wiederum ein wertvolles, für den Filtrationsgrad wichtiges, Filterhilfsmittel bildet. Dieser Filterkuchen wird auf einer langen, schrägen Austragestrecke ausgetragen. Da dieser Bereich noch der Saugwirkung des Exhaustors ausgesetzt ist, wird dem Schmutzkuchen viel Flüssigkeit entzogen, so dass sich ein trockener, stichfester und leicht zu entsorgender Filterkuchen bildet.
Die Taktfolge des frischen Filtervlieses wird über Niveauschalter gesteuert, allerdings in der Weise, dass immer nur etwa 200 mm frisches Vlies eingezogen werden. Dadurch wird der filterwirksame, angeschwemmte wertvolle Filterkuchen für die Feinstfiltration immer erhalten.
Mit dieser Anlage werden insgesamt neun Schleifzentren mit sauberer Emulsion versorgt. Sie bewirkt ein perfektes Schleifbild, verhindert Ablagerungen und Verstopfen in den Rohrleitungen und Tanks, verhindert den Verschleiß von Pumpen und dient der Gesundheit der Bediener, denn Hautprobleme entstehen auch durch verunreinigten Kühlschmierstoff. Der Reintank hat ein Volumen von 10 m³ und damit etwa das Zehnfache der Umlaufmenge. Er ist doppelwandig ausgeführt. Ein Oberflächenabsauger sammelt aufschwimmende Teilchen wie Schaum, Fremdöle, Graphit und sonstige Feinstverunreinigungen auf der Tankoberfläche und führt sie dem Filter zu.
Der Filterkuchen wird durch eine Vliestrennvorrichtung vom Filtervlies getrennt,aufgehaspelt und in einem Prismenwagen gesammelt. Der trockene Filterkuchen kann kostengünstig entsorgt werden. Gesteuert werden alle Anlagenkomponenten – inklusive aller für die Versorgung auch der Maschinen installierten Pumpen – über einen zentralen, kompakten Schaltschrank.