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Interview mit Roland Haas,
Betriebsleiter der Ditter Plastic Meißen GmbH
Herr Haas, seit zwölf Jahren gehört Ihr Betrieb zu Ditter Plastic. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Schon im Dezember 1989 habe ich auf eine Anzeige geschrieben, die West-Investoren vermitteln wollte. Zwei Monate später stand die Geschäftsleitung der Ditter Plastic vor der Tür und hat sich unseren Betrieb genau angesehen. ¿Die alten Maschinen sind Schrott, aber die Leute können noch alles, wie wir es gelernt haben¿, war das Fazit des Besuches. Als das Werk schließlich zum Verkauf stand, ist Ditter Plastic sofort eingestiegen, um dieses Potential zu erhalten. Dann wurde investiert ¿ in CNC-Fräsen, Schleifmaschinen und Erodiertechnik von Charmilles.
Warum gerade Charmilles?
In Haslach arbeitet Ditter Plastic schon seit Anfang der Siebzigern mit Charmilles. Service und Ersatzteilbelieferung sind das Beste, was wir je kennen gelernt haben. Jedes Teil in jeder Maschine ist lückenlos nummeriert und dokumentiert, so können Störungen rasch verfolgt und behoben werden. Wenn eine teure Maschine tagelang steht, weil Ersatzteile hin- und hergehen, ist das bei dem Termindruck tödlich. Beim Hochwasser im letzten Jahr hat sich diese Zuverlässigkeit bewährt: Die Charmilles-Experten kamen als erste zur Schadensfeststellung. Schon nach zwei Wochen hatten wir wieder eine Grundausstattung, mit der wir arbeiten konnten. Und weil die Charmilles-Gutachter klar und einwandfrei begründet hatten, dass die überschwemmten Maschinen nicht mehr zu reparieren waren, gab¿s auch keine Probleme mit der Versicherung.
Warum setzen Sie so stark auf Automatisierung?
Die Maschinen sind zum Erodieren da und nicht zum Messen und Einrichten. Eine Maschine, die viel Geld gekostet hat, muss arbeiten, nicht nur tagsüber, sondern auch nachts und am Wochenende. Die Investition in Roboter und Spannsysteme amortisiert sich da schnell. Einrichten auf der Maschine ist tote Zeit, das muss durch externe Voreinrichtung mit den richtigen Spannmitteln minimiert werden.
Was ist die Voraussetzung, damit das funktioniert?
Das Werkstattkonzept und die ganze Peripherie muss stimmen. Externe Mess- und Programmierplätze sind ein Muss, ebenso ein Palettensystem, mit dem man ohne Reibungsverlust auch zwischen verschiedenen Bearbeitungen wechseln kann ¿ etwa vom Erodieren zum HSC-Fräsen mit derselben Einrichtung. Wichtig ist auch ein bedienerfreundliches Programmiersystem wie das ¿Job Expert System¿ von Charmilles, das die unterschiedlichen Bearbeitungen gut verbindet und leicht und ohne Startprobleme in Betrieb genommen werden kann.
Und die Mitarbeiter?
Mit denen steht und fällt es natürlich. Automatisierung überträgt dem Bediener eine große Verantwortung und stellt hohe Ansprüche an seine Intelligenz und Sorgfalt. Mannlose Bearbeitung über Nacht oder am Wochenende funktioniert nur bei ganz exakter Vorbereitung. Bei uns war die Umstellung auf Roboter und Spannsystem kein Thema: Wir haben uns das vorher mit den Bedienern genau angesehen, die waren richtig ¿heiß¿ darauf. Berührungsängste kennen wir sowieso nicht: ¿High-Tech¿ hat Tradition in Meißen ¿ schon 1942 stand im Vorgängerbetrieb eine der ersten vollautomatischen Spritzgießmaschinen der Welt.